Anliegen

Wir haben die Kunst der HARMONIA auf unsere Alltagswelt übertragen und sind dabei auf ein mächtiges Konzept gestoßen: die Anliegenorientierung. Sie führt weg von der Illusion umfassender Steuerbarkeit hin zur Orientierung entlang eines (gemeinsamen) Anliegens. Und ermöglicht gerade dadurch einen ganz anderen Umgang mit großen Herausforderungen wie Unsicherheit, Gegensätzen oder Komplexität.

 

 

Professionelles Handeln ist bisher zumeist geprägt entweder von Zielorientierung (typisch z.B. bei top-down-Strukturen, Effizienzdruck, Erfolgsdenken, Wirtschaft) oder von Interessenorientierung (typisch z.B. bei bottom-up-Strukturen, Partizipation, Gleichheitsdenken, Recht und Politik). Je stringenter alleine eine dieser Ausrichtungen verfolgt wird, desto eher verkümmert die andere. Mit Folgen, die in einem zweiten Schritt „repariert“ werden müssen – etwa die sozialen „Kollateralschäden“ überfokussierter Ökonomisierung oder die ökonomische Schwäche unfokussierter partizipativer Modelle.

 

Anliegenorientierung bringt eine neue Orientierung für professionelles Handeln. Denn das Anliegen schaut immer auf beide Aspekte eines Handlungsfeldes gleichzeitig, auf Sache und Mensch, auf Aufgabe und Gestaltungskraft, auf Verbundenheit und Freiheit, auf das, was „anliegt“ und was der Handelnde zu seinem (Herzens-) Anliegen macht. Es behandelt nicht den einen Aspekt als Störung bei der schlüssigen Verfolgung des anderen (und umgekehrt), sondern beide als – wenn auch im Spannungsverhältnis stehende – Kräfte, die es in Stimmigkeit zu bringen gilt. Genau wie das einst HARMONIA machte.